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eine frage zu lavendel

1 savvy (Gast)

hallo!

ich habe vor kurzem einen kleinen kräutergarten geschenkt bekommen und es geht allen gut bis auf den lavendel. der wird immer schlapper und ich wüsste gern wie ich ihn wieder aufpäppeln kann. habe schon den tip gekriegt, dass er jetzt die lavendel zeit vorbei ist und er wohl überhaupt nicht mehr kommt und ich sollte ihn am besten abernten und einfrieren oder trocknen.
muss das echt sein? oder gibts noch ne andere möglichkeit? habe die pflanzen alle im zimmer stehen.
und kann mir einer sagen, wies so überhaupt mit gießen aussieht? wie viel wasser brauchen kräuter. bzw wenn man das nicht verallgemeinern kann, wieviel wasser brauchen majoran, thymian, basilikum, petersilie, rosmarin, pfefferminz...
wär ganz toll, wenn ich ein paar tips kriegen würde... möchte die pflänzchen ja alle möglichst gut pflegen.

liebe grüße und vielen danke schonmal lächel
savvy

20.09.2005 14:23

2 Lotti

Hallo Savvy!

Also warum Pflanzen eingehen, kann man in Ferndiagnose garnicht sagen. Was richtig ist, ist dass die Lavendelzeit vorbei ist, das heisst man sollte ihn viel weniger giessen und ich würde es auch mal mit Zurückschneiden versuchen. Nächstes Jahr kommt er vielleicht wieder. Ansonsten ist Lavendel eigentlich eher so eine Pflanze für draussen, er liebt es sonnig und weniger feucht. "Schlapper" kann auch viel bedeuten. Entweder er fault dir weg, dann wurde er zu feucht gehalten, oder er verliert seinen Saft, dann braucht er Wasser. Oder aber er hat irgend eine Pflanzenkrankheit.

Als Faustformel kannst du sagen, das alle Kräuter die holzige Stiele haben, weniger Wasser und mehr Sonne brauchen. Pfefferminz braucht sehr viel Wasser, Petersilie mässig viel. Ich fahre ganz gut damit, wenn ich meine Pflanzen alle 1 - 2 x die Woche giesse und täglich nachschaue. Werden Pflanzen blasser oder weicher, bekommen sie von mir öfter Wasser. Ist die Erde auch nach der halben Woche noch nass, bekommen sie weniger.

Kräuter in der Wohnung ist überhaupt so eine Sache. Einige brauchen mehr Sonne, andere weniger und wieder andere lassen sich in der Wohnung so gut wie garnicht halten.

Letztendlich muss man einfach ein Gefühl für die Pflanzen bekommen. Was garnicht gut ist, ist sie zu lange zu feucht zu halten, dann faulen sie einem irgendwann weg (ausgenommen Kräuter die es sumpfig lieben), aber richtig austrocknen sollten sie auch nie (ausgenommen Kräuter die die Trockenheit lieben).

Im Zweifelsfalle einfach mal den Lavendel unter den Arm nehmen und in die Pflanzenhandlung um die Ecke gehen, die können genauer sehen was mit der Pflanze los ist, was sie genau braucht oder von was sie zu viel oder zu wenig hat. Und da kann man dann auch gleich mal nach den jeweiligen Bedingungen für die anderen Pflanzen fragen die man so hat.

Liebe Grüsse

Lotti

20.09.2005 14:58

3 Verbene (Gast)

Hallo,

habe heute in einem Laden Lavendelsirup (sirop de lavande) gesehen, hauchzart lila-klar (aber ziemlich teuer;-).
Hat das jemand schon mal versucht zu machen und weiß ein Rezept dafür?
Und wie kann Lavendel vermehrt werden außer durch Teilung; gehen auch Triebstecklinge?

Liebe Grüße
Verbene

03.06.2006 20:59

4 Lotti

Hallo Verbene,

spontan finde ich kein Rezept für Lavendelsirup, aber ich würde ihn machen wie den Löwenzahnblütenhonig. Sirup funktioniert ja immer sehr ähnlich: Pflanzenteile in Zuckerwasser, Zitrone zu, kochen, durchfiltern, dick einkochen, in gut verschliessbare, saubere heiss ausgespülte Gläser füllen, fertig. Bei Pflanzen die wenig aromatisch schmecken wie zum Beispiel Veilchenblüten, gibt man die Blüten entweder in kaltes Wasser und lässt über Nacht ziehen, oder man lässt die eingekochten Blüten noch 1 - mehrere Tage im Zuckerwasser ziehen bevor man einkocht. Ich mache das immer nach Gefühl, je nachdem ob mir der Sirup intensiv genug ist oder nicht. Das mache ich so mit Holunder, Löwenzahn, Himbeere, Kirsche, Melisse, Zitrone, Veilchen etc. Das geht mit Sicherheit auch mit Lavendelblüten. Ist ne super Idee, danke lächel

Lavendel habe ich selber noch nicht vermehrt, ich beziehe mich hier auf "Kräuter und Heilpflanzen im Biogarten"


Lavendel wird durch Stecklinge vermehrt. Das Ziehen von Lavendel aus Samen ist langwierig. Im Handel sind außerdem Jungpflanzen zu haben.

Die Beschreibung für die Stecklinge stehen beim Rosmarin und da steht:

Aus jungen Trieben die noch nicht verholzt ist, sollte man eine Stecklingsvermehrung im Herbst machen. Dafür mischt man humose Gartenerde oder gut verrotteten Kompost mit Sand, füllt mit dieser Erde einige Blumentöpfe und bestückt sie mit je einem jungen Trieb. Die Triebe werden mit einer Folie abgedeckt und in der Küche aufs Fensterbrett gestellt. Die Erde muß immer feucht sein. Wenn die Triebe durchtreiben, haben sie Wurzeln gebildet. Von da ab sollten sie nicht nur hell, sondern auch sonnig stehen und feucht gehalten werden.

Marie-Luise Kreuter schreibt in "Der Bio-Garten":

...
Sie können das Kraut auch im März auf der Fensterbank in Schalen aussäen. Ab Mai werden die jungen Setzlinge im Freiland mit 30x30 cm Abstand ausgepflanzt. Nach der Blüte werden Lavendelbüsche leicht zurückgeschnitten. In rauhen Lagen brauchen sie Winterschutz

Liebe Grüsse

Lotti

Nachtrag:

Ich hab doch ein Rezept gefunden lächel


Lavendelsirup

120 g Lavendelblueten
3 l Wasser
2 Kg Zucker
3 Zitronenscheiben
60 g Zitronensäure

Den Zucker in dem Wasser kurz aufkochen und dann erkalten lassen. Die Lavendelblüten und die Zitronenscheiben sowie die Zitronensäure hinzugeben. Alles in einem Steinguttopf gut zugedeckt für 5 - 6 Tage kühl (am besten im kühlen Keller) stehen lassen. Danach abseihen und in gut verkorkten Flaschen kühl aufbewahren.

Alternativ geht es auch so:

1 l Wasser
750 g Zucker
10 geh. EL Lavendelblüten
2 Scheiben Zitrone

Alle Zutaten aufkochen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag erwärmen, die Blüten aussieben, bei Bedarf noch etwas Zucker zugeben und heiß in heiß ausgespülte Gläser geben.

03.06.2006 22:54 | geändert: 04.06.2006 00:29

5 Lotti

Ungefragt, aber dennoch (Ich weiss jetzt garnicht ob ich es schon irgendwo hier geschrieben hab. Wenn ja: Sorry)


Lavendel - Likör

Zutaten:
50 Stängel Lavendel
2 Liter Apfelschnaps
1250 Gramm Echter Rohrzucker
5 Vanilleschoten
3 Gewürznelken

Quelle: Hab ich vergessen, stand in meiner Zettelwirtschaft.

Zubereitung:
Man bündelt den Lavendel und hängt ihn in eine Flasche, hierzu gibt man den Schnaps, den Zucker, die aufgeschnittene Vanilleschote, das herausgekratzte Vanillemark und die leicht zerdrückten Nelken, läßt im verschlossenen Gefäß an einem hellen Ort 6-9 Monate stehen und filtriert dann ab.

Haltbarkeit ca. 1 Jahr.

04.06.2006 00:38

6 Lotti


Lavendel-Gelee

Zutaten:
200 ml Trockener Champagner; oder
-- Trockener Weisswein
200 ml Apfelsaft, ungesüsst
60 ml Creme de Cassis
60 Gramm Zucker
2 Essl. Zitronensaft
30 Gramm Lavendelblüten
4 Teel. Gelatine (Kann man durch Pektin oder statt Zucker Gelierzucker, oder durch Agar-Agar ersetzen)
4 Essl. -Wasser

Quelle: Meine Zettelwirtschaft, vergessene Quelle, nie ausprobiert da ich keine Gelantine verkoche.

Zubereitung:
Er kann sowohl - zusammen mit einer Creme - als exklusives Dessert als auch als eine nichtalltägliche Beilage zu Wild gegessen werden. Den Champagner oder Weisswein mit dem Apfelsaft, dem Cassis, Zucker und Zitronensaft vorsichtig erhitzen. Die Lavendelblüten hineingeben und zugedeckt ungefähr 10 Minuten ziehen lassen. Die Gelatine im Wasser aufweichen lassen, dann leicht erwärmen, bis sich die Gelatine vollständig aufgelöst hat. Die Lavendelblüten aus dem Sud herausnehmen und durch ein Tuch fest in die Flüssigkeit auspressen.
Die Flüssigkeit erneut erwärmen, die aufgelöste Gelatine hinzufügen und umrühren. Das flüssige Gelee durch ein feines Sieb oder Tuch in ein Glas abgiessen. Abkühlen und Gelieren lassen. Im Kühlschrank hält sich das Lavendelgelee etwa 14 Tage.

Zusatz:
Ich würde das nicht mit Gelantine machen, sondern mit Zucker und Pektin abwandeln und vor allem mehr Zucker nehmen. Alternativ kann man auch stark pektinhaltiges Obst mitkochen und später rausnehmen. Man könnte es mit 1 - 3 geviertelten Äpfeln versuchen, Apfelsaft ist im Rezept ja eh drin. Das hält sich länger wenn man es heiß in Gläser abfüllt und man hat keinen Lavendel mit ausgekochten Knochen und Schlachtabfällen von schweinen.

04.06.2006 00:49 | geändert: 04.06.2006 00:51

7 Verbene (Gast)

Hallo Lotti,

vielen herzlichen Dank für die leckeren Rezepte und die Tips für die Vermehrung von Lavendel. Hab ich mir gleich gespeichert.
Ein Jammer, daß meine Lavendel´s noch recht klein sind.

Lavendelblüten kann man auch für Tee verwenden: 1 Tl auf eine Tasse; und man kann wunderbar schlafen, da der Lavendel beruhigt.

Ein schönes sonniges Pfingsten!

LG
Verbene

04.06.2006 06:56

8 Lotti

Hallo Verbene,

dir auch schöne Pfingsten!

Und ich sollte dringend mal die Seite über den Lavendel überarbeiten zwinker

Liebe Grüsse

Lotti

04.06.2006 08:22

9 Verbene (Gast)

Hallo Lotti,

Und ich sollte dringend mal die Seite über den Lavendel überarbeiten zwinker

Au ja, denn dort lese ich, daß man ihn im Frühjahr zurückschneiden soll. Da schneidet man aber die Ansätze der Blüte mit weg.
Besser ist im Herbst schneiden, bzw. nach der Blüte.
Ansonsten sehr informativ.
Wenn doch mein Garten doppelt so groß wäre...was sag ich: dreimal, viermal so groß..;-)

LG
Verbene

04.06.2006 11:42

10 Lotti

Hallo nochmal,

also der Lavendel ist jetzt überarbeitet und dabei sind mir wieder tolle Rezepte mit Lavendel in die Finger gekommen lächel


Quelle: Die Kräuter in meinem Garten

Lavendeltinktur:
1 Hand voll Lavendelblüten werden mit 1/4 Liter klarem Obstschnaps 10 Tage angesetzt und in der Wärme stehen gelassen. Danach abfiltern und entweder als Rheumaeinreibung oder als Haartinktur bei Haarausfall verwenden

04.06.2006 11:42 | geändert: 04.06.2006 11:44